16. Juli 2026 · 1 Min. Lesezeit

La Guajira und das Volk der Wayuu

Die trockene Wüstenlandschaft von La Guajira mit Kakteen im goldenen Abendlicht

La Guajira ist eine trockene, windige Halbinsel am nördlichsten Punkt des südamerikanischen Festlands — im Norden echte Wüste, mit wenig Regen. Sie reicht über die Grenze zwischen Kolumbien und Venezuela. Hier lebt das Volk der Wayuu — mit rund 380.000 Menschen (Volkszählung DANE 2018) die grösste indigene Gruppe Kolumbiens.

Die Wayuu sind eine matrilineare Gesellschaft: Zugehörigkeit und Clan (eirukuu) werden über die mütterliche Linie weitergegeben, und Frauen nehmen zentrale Rollen ein. Es gibt etwa dreissig Clans, jeder mit einem Tier als Zeichen. Anders als viele indigene Völker wurden die Wayuu von den Spaniern nie vollständig unterworfen — sie bewahrten ihre Sprache, das Wayuunaiki, und ihre Eigenständigkeit.

Das Weben ist die Welt der Frauen und eine reale Lebensgrundlage. Mädchen lernen es traditionell während des encierro, der Zurückgezogenheit beim Übergang zur Frau. Zugleich ist La Guajira eine der ärmsten Regionen Kolumbiens (DANE 2023). Was eine Tasche einbringt, ist deshalb selten nebensächlich.

Für uns heisst das: direkt in La Guajira einkaufen, mit dem Anspruch fairer Bezahlung — und die Weberinnen erst dann mit Namen vorstellen, wenn sie einverstanden sind. Eine echte, benannte Mochila statt einer anonymen „Boho-Tasche“ zu wählen, bedeutet, dieses Handwerk und die Menschen dahinter sichtbar zu halten.

Eine Mochila ist am Ende ein Stück La Guajira, das man bei sich trägt.